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27.3.2017 - 16:30

St.-Gallus-Kirche in Pappenheim

St. Galluskirche

St. Gallus zählt zu den herausragenden Kirchen in der Region. Sie ist nicht nur eine der ältesten im heutigen Landkreis Weißenburg- Gunzenhausen, sondern wohl weit darüber hinaus in Süddeutschland. Das Kirchenpatronat geht auf das Schweizer Kloster St. Gallen zurück, das durch eine Schenkung im Jahre 802 zu umfangreichen Besitzungen u.a. in Pappenheim gelangt war. Vermutlich noch im 9. Jahrhundert entstand im Auftrag der St. Gallener Abtei eine einschiffige Saalkirche, die als Pfarrkirche diente. Für die Zeit um 1060 ist eine Kirchenweihe bezeugt. Ebenfalls im 11. Jahrhundert erhielt St. Gallus einen Kirchturm, und der Gemeinderaum wurde mit Seitenschiffen zur Basilika erweitert. „Als Chor diente zu dieser Zeit wohl noch eine halbrunde Apsis.

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Eingangsbereich

Im 13. Jahrhundert vergrößerte man die Öffnungen zu den Seitenschiffen. Chor, südliche Seitenkapelle, Turmobergeschoß und Sakristei entstanden im 15. Jahrhundert; fraglich bleibt, in welchen Zeitraum dies vor der Fertigstellung des 1486 bezeichneten Sakramentshauses geschah.“ (Denkmalliste) Im 15. Jahrhundert hat man die in der Stadtmitte neu errichtete Marienkirche als Pfarrkirche genutzt und die St. Galluskirche zur Friedhofskirche umfunktioniert. 1953 konnten bei einer Restaurierung Malereien an der Chorsüdwand und im Südschiff aus dem 13. und 14. Jahrhundert freigelegt und drei gotische Fenster, ebenfalls in der Südwand, wieder geöffnet werden. Auch die Kanzel aus der Zeit um 1700 wurde bei dieser Gelegenheit entfernt. Seither ist der mittelalterliche Raumeindruck wieder wahrnehmbar.

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Kirche mit Friedhof

Der spätgotische Flügelaltar im Chorraum, etwa 1520 von einem heimischen Meister gefertigt, birgt in seinem reich mit Rankenwerk geschmückten Mittelschrein die Figur Mariens auf der Mondsichel mit dem Christuskind. Seitlich stehen die Figuren der hl. Katharina und der hl. Barbara. „Die Flügel zeigen im geöffneten Zustand Reliefs, links die Verkündigung Mariens und die Geburt Christi, rechts die Heimsuchung und den Tod Mariens. Die Flügelaußenseiten tragen Malereien, links die hl. Katharina im Disput mit den Philosophen und ihre Enthauptung; rechts die Einkerkerung der hl. Barbara im Turm und ihre Enthauptung. Die Predellaflügel sind außen mit Brustbildern der hll. Walburga und Ottilie sowie dem von Engeln gehaltenen Wappen der Reichs- erbmarschälle von Pappenheim bemalt, im geöffneten Zustand sind die Reliefs von Christus und den zwölf Aposteln zu sehen.“ (Denkmalliste) 

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Wandmalerei
Wandmalerei

Das steinerne, sechs Meter hohe Sakramentshaus im Chor stammt aus dem Jahre 1486. Das zweiseitig spitz in den Raum ragende Gehäuse lagert auf einer gewundenen Säule. Im Mittelteil sind Engelsfiguren mit Schriftbändern zu sehen. Der Auszug, ein von Fialen flankierter Baldachin, birgt die Figur Christi in der Darstellung des Schmerzensmanns. Das Gestühl im Chor und in der Seitenkapelle stammt noch aus der Zeit um 1500. An den Seitenwangen befinden sich neben einem aufwendig geschnitzten Rankenwerk auch figürliche Darstellungen, darunter eine sehenswerte Drachenfigur. Reste einer Ausmalung fanden sich an mehreren Stellen. Das ikonographische Programm der wieder freigelegten Wandmalereien beinhaltet „an der Westwand die Darstellung des Schmerzensmanns und an der Südseite eine Verkündigungsszene. In der südlichen Schildbogenfläche des Chorjochs ist auf einem Fresko aus dem späten 15. Jahrhundert das Jüngste Gericht wiedergegeben. Spätgotische Steinarbeiten finden sich an den Außenwänden der Kirche, so an der Südseite neben dem Portal ein Weihwasserstein mit einem darüber gearbeiteten Grabstein von 1505 und an der Chornordseite eine Ölbergsszene. “ (Denkmalliste) An den Wänden der Friedhofsmauern und auch an der Kirche sind verschiedene Grabsteine vorwiegend des 17. und 18. Jahrhunderts erhalten geblieben. Die größtenteils rechteckigen Kalkplatten tragen auch figürliche Darstellungen.

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Blick nach Süden
Blick nach Süden
Altarraum
Altarraum
Altar Detail
Altar Detail
Südliches Seitenschiff
Südliches Seitenschiff
Verzierung an Sakramentshaus
Verzierung
Verzierung an Decke
Verzierung an Decke
Eingangstor
Steintafel
Galluskirche 1960

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Adresse

St. Gallus Kirche
Dechantshof 8
91788 Pappenheim

Anfahrts- und Lageplan

Bitte klicken Sie für die Anfahrtsplanung auf den Marker in der Karte.

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Quellennachweis

Bildnachweis: Stephan Lauterbach (St. Galluskirche), Tobias Kreißl (Eingangsbereich, Kirche mit Friedhof, Wandmalerei, Blick nach Süden, Altarraum, Altar Detail, Südliches Seitenschiff, Verzierung, Verzierung an Decke, Eingangstor, Steintafel)

Literaturnachweis: Johann Schrenk, Karl-Friedrich Zink, Gotteshäuser – Kirchenführer Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen