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12.12.2017 - 7:42

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Dechantshof

Dechantshof
Dechantshof

An die 800 Jahre lang wohnten die jeweiligen Pfarrherren von Pappenheim und ihre Gehilfen, die Kooperatoren, im Dechantshof neben der St. Galluskirche. Auch als die neuerbaute Kapelle zu unserer lieben Frauen 1476 geweiht und Gottesdienste abgehal­ten wurden, wohnten die Pfarrer immer noch in der Vorstadt und es sollte noch zwei Jahr­hunderte dauern bis der damalige Dekan Georg Raab in das neuerbaute Pfründhaus inner­halb der Stadtmauern einziehen konnte. Zu dieser Zeit, es war um die Mitte des 17. Jahrhunderts, fungierte die St. Galluskirche nicht mehr als Pfarrkirche, sondern nur noch als Totenkirche.

Der Dechantshof zählte damals zu den ältesten Häusern in der Vorstadt, war sehr reparaturbedürftig, blieb unbewohnt und verfiel bis zum Jahre 1707 mehr und mehr. Nur den Garten und die Äcker haben alle Pfarrer genossen. 20 Pfarrherren sind namentlich bekannt die noch in dem alten Gemäuer gewohnt haben. Erst 1708 änderte sich vieles. Dekan Tobias Ulrich baute den ruinösen Dechantshof wieder neu auf.  Eine Tafel am Haus mit lateinischer Inschrift besagt folgendes: "Im Jahre des Herrn nach Christi Geburt 1708. Dieses Haus wurde nachdem es zusammengestürzt war, durch die Bemühungen des Dekan Ulrich wieder erbauet, nachdem es als sicherer Sitz für die Seinigen bestimmt war. Dies tat die Milde der Grafen und Marschälle Christop Ernst und Johann Friedrich Ferdinand. Möge die erhabene Dreifaltigkeit dieses Haus beständig in Schutz nehmen".

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Mit der Milde der beiden Grafen hatte es folgende Bewandtnis wie eine Urkunde vom 21.1.1709 ausweist:  "Der Eltist und Graf Christian Ernst und sein Bruder Johann Frie drich Ferdinand, Nachältester Reichserbmarschall überlassen dem Dekan und Stadtpfarre Tobias Ulrich, aus besonderer Ursachen seiner vieljährigen getreuen Dienste und zu einer Ergötzlichkeit des, bei dem französischen Ein- und Überfall (1704) erlittenen Schadens und vieler Ungemächlichkeit, das in der Vorstadt an der Kirchen und Friedhof zu St. Gallen anliegende alte öde Haus, sowie auch den dazugehörigen Garten und Acker Für das Aufbauen und reparieren bleibt er aller Steuern und Abgaben frei". Im Jahre 1724 erkaufte der Schneidermeister Wolf Philipp Ulrich, Sohn des inzwische verstorbenen Dekan Ulrich das Haus von seinen Geschwistern und weil nun solches da­durch in bürgerliche Hände gekommen, wurde es mit 40 Gulden Taxe eingeschätzt und mit einer Jahrsteuer von 15 Kreuzern belegt. Wolf Philipp Ulrich, nun ehrbarer Bürger der Stadt und Mitglied der Schneiderzunft, hatte eine bewegte Jugend. Wohl aus Abenteuerlust hatte er sich "in Kriegsdiensten" begeben, aber dann das Soldatenleben doch nicht so toll gefunden wie er sich das an­fangs vorgestellt hatte. Eine Urkunde weiß einiges zu berichten: "Wolfgang Philipp Ulrich ist aus Kriegsdiensten mit voller Montur aus Stralsund desertiert, hat sich dann eine Zeitlang in Regensburg aufgehalten und ist schließlich so um 1724 wieder nach Pappenheim gekommen und sich hier als Schneider niedergelassen. Sein ehemaliger Hauptmann namens Pfister aus Schambach, der sich bisher vergeblich an seinen Vater und auch an ihn selbst wegen der Bezahlung der Uniform gewandt hatte, schrieb deshalb an den Reichsgrafen zu Pappenheim. Erst dieser brachte die Schuld ins Reine und der Name des Wolfgang Ulrich wurde wieder "vom Galgen abgenommen, indem er einen ehren­haften Abschied vom Hauptmann Pfister bekam". Die-Kosten betrugen für die neue Montur 18 Gulden, für den Pallasch 4 Gulden und für das Koppel 1 Gulden.

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Adresse

Dechantshof
Dechantshof 4-6
91788 Pappenheim

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Quellennachweis

Bildnachweis: Tobias Kreißl (Dechantshof)
Text:
Evang. Kirchengemeinde (Hans Navratil)