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25.9.2017 - 22:25

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Ausstellung "FOREST FOR EVER" bis 06.11.16

‚Forest For Ever‘ – eine außergewöhnliche, hochinteressante und farbenfrohe Ausstellung Das Stadtmuseum in Pappenheim zeigt noch bis zum 6. November eine Ausstellung mit 60 Patchworks unter dem Titel‘ Ein Dialog zwischen Afghanistan und Europa

Thema der Ausstellung umgesetzt

Die Freiburger Künstlerin Pascale Goldenberg betreut seit vielen Jahren Stickprojekte in Afghanistan, wo Frauen und Mädchen nach eigenen Entwürfen mit der Hand Stoffquadrate besticken.

Diese Stickerei, zwar in sich abgeschlossen aber kein fertiges Produkt, wird in Europa verkauft und individuell weiter verarbeitet. Diese aktuelle Pappenheimer Ausstellung ‚Forest For Ever‘ zeigt 60 ausgewählte Arbeiten europäischer Textilkünstlerinnen mit kunstvoll gestickten Blättern. Die Exponate sind seit 2014 europaweit unterwegs und werden nun im Altmühlstädtchen Pappenheim zum allerletzten Mal der Öffentlichkeit gezeigt.

Für Besucher, die sich mit dem Thema ‚Wald-Blätter-Bäume ‘auseinandergesetzt haben, ist die Vielfalt der Umsetzungen beeindruckend. Das Thema des Waldes ist durchweg präsent.

In vielen Arbeiten liegt der Schwerpunkt nicht nur auf Ästhetik, sondern die Kunst-Gewerke vermitteln auch eine politische Botschaft, indem sie daran erinnern, wie kritisch die Lage der Wälder über all auf unserer Erde ist.

Aus 158 Bewerbungen aus ganz Europa wurden letztendlich 60 Werke ermittelt, die in der Tat das Prädikat hervorragend verdienen. Die Auswahlkriterien der Jury, so die verantwortliche Organisatorin Franziska Braun-Wiedmann waren der Bezug zum Hauptthema,, die Komposition, die technische Umsetzung und die Originalität. Das Ergebnis kann sich sehen lassen-es liefert einen überzeugenden Eindruck der guten Zusammenarbeit zwischen Afghaninnen und Europäerinnen.

Textilkunst als solche hat es in Deutschland leider immer noch schwer, gleichrangig neben konventioneller Kunst, wie Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei usw. zu stehen. Ihrem hohen künstlerischen Gehalt entsprechend, wird sie jedoch immer stärker beachtet und in Ausstellungen und Museen geholt.

Die Geschichte hinter der Geschichte dieser Kunstwerke ist in sich schon sehr interessant. Die Frauen und Mädchen hatten unter den Taliban keinen Zugang zu Bildung und Arbeit, waren aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Der Schlüssel zur Selbsthilfe ist und war ‚Bildung’ – Bildung für Frauen. Die Jahre der Not und der Krieg haben viele Frauen traumatisiert. Viele haben ihre Ernährer verloren und in einer Männergesellschaft ist die Lage von Witwen besonders schwierig! Schulbesuch, lesen und schreiben lernen, war in den Kriegszeiten für die meist mittellosen Mädchen und Frauen nicht möglich.

Für diese Gruppe war das Stickprojekt angedacht, da es in Afghanistan eigentlich ein traditionelles Handwerk war, aber durch die Wirren der Zeit fast in Vergessenheit geraten war!

Als Pascale Goldenberg, eine Textilkünstlerin aus Freiburg vor mehr als 14 Jahren mit ihrer Idee zu den afghanischen Frauen kam, konnten es in der Tat nur noch ganz wenige. Mittlerweile hat diese Stickerei wieder Boden gewonnen und es sticken mehr als 200 Frauen in Laghmani/60 km nördlich von Kabul und verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Stoff und Stickgarn werden ihnen aus Europa geliefert, die fertigen kleinen Arbeiten (8x8 cm) sind Rohlinge und werden in Europa weiterverarbeitet und verkauft.

Die Frauen sind mittlerweile wahre Künstlerinnen geworden; sie erfinden ihre Muster selbst, jede Stickerei ist ein Unikat. In der handwerklichen Ausführung sind diese Frauen inzwischen meisterhaft. Die Flächengestaltung ist zum Teil außergewöhnlich aussagekräftig und in den Details formenreich und farbintensiv.

Pascale Goldenberg als Motor und Kuratorin der Hilfe zur Selbsthilfe, musste und muss sich zur Ankurbelung des Absatzes immer wieder neue Ideen, neue Gestaltungsformen und Projekte einfallen lassen – so auch das aktuelle Projekt unter dem Namen *Forest For Ever*.

Die Teilnahmebedingungen von damals seien hier kurz erwähnt: > gestickte Blätter als Grundlage der Gestaltung - > das Format musste 1:4 sein, als 4mal so lang wie breit – > alle textilen Techniken sind gestattet, auch fremde Materialien dürfen hinzugefügt eingearbeitet werden.

Das Ergebnis sehen Sie nun in einer außergewöhnlichen, hochinteressanten, qualitativ ausnehmend guten und zudem ungewohnt farbenfrohen Ausstellung von 60 Textilexponaten. Man ist gefesselt von der Aussagekraft des Unikates und von der klaren Botschaft, die diese handwerklichen Kunst-Werke vermitteln.

Die Ausstellung ist bis zum 6. November immer an den Sonn- und Feiertagen geöffnet. Der Eintritt ist frei!

     Begleitend zur Ausstellung, bietet die Patchwork Gruppe JuraStoffWerk (9 Frauen aus Schernfeld und Umgebung) 2 workshops für einfache Schneidetechniken und Grundkenntnisse des Patchworks an, so am 24. Sept. 16 von 13:00 bis 17:00 Uhr ‚Kissen mit Stickerei‘ und am 22. Oktober 16, ebenfalls von 13.00 bis 17:00 Uhr die Herstellung einer ‚Tasche mit Stickerei‘.

Diese beiden Kurse sind gebührenpflichtig. Anmeldung  bitte über Tel.08422-1595 Lisa Strixner und sie finden im K14 Haus der Bürger, Klosterstraße 14 in Pappenheim, statt.

Thema der Ausstellung umgesetzt

optisch ansprechendes Exponat

Clemens Frosch und Frau Franziska Braun-Wiedmann

Thema der Ausstellung umgesetzt
Dienstag, 11. Oktober 2016 12:21 Uhr | Alter: 349 Tage | Dieser Artikel wurde 2719 mal gelesen


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