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24.3.2017 - 20:53

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Pappenheimer Delegation zu Besuch in Ungarn

Visiten in Budapest und Iszkaszentgyörgy

Die Einladung einer Delegation aus Pappenheim erfolgte durch den ungarischen Bürgermeister Attila Gáal. Neben Bgm. Uwe Sinn, waren der 1. und 2. Vorsitzende des Europäischen Städtepartnerschaftsvereins Pappenheim e. V., Martin Stehr und Ludwig Schütz, sowie Beisitzer Bernhard Pappler mit von der Partie.

Die Unterbringung in Budapest erfolgte bei Impressario Ari Kupsus, in der für seine Künstler angemieteten ehemaligen Stadtwohnung der ungarischen Sektdynastie Törley. Der finnische Kunstfreak, verliebte sich vor drei Jahren in die Stadt Budapest, baute sich eine Gallerie auf und fördert junge Künstler der Malerei und der Musik. Er selbst bewohnt das ehemalige Palais des österreichischen Gesandten in Budapest aus dem 19. Jahrhundert, das er kürzlich renovieren ließ. Ausgestattet mit Mobiliar und Bildern eben dieser Epoche, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Freundlicherweise überließ er uns einige Bilder seiner Gallerie als Leihgabe für das Europäische Haus Pappenheim.

Als Auftakt in Budapest gab es für uns eine Einladung zu einem Salonkonzert in der Finnischen Botschaft. Seine Excellenz, Botschafter Jari Vilén und seine Frau Gemahlin hießen uns persönlich und in deutscher Sprache sehr herzlich willkommen. Der Kontakt der Botschaft mit Iszkaszentgyörgy geht auf die letzten Kriegsjahre zurück, als die Botschaft just im dortigen Pappenheimer Schloss einquartiert war.

Das Konzert mit der bekannten Sopranistin Ingrid Kertesi mit ihrem bestens aufgelegten Pianisten Tamás Kéry, geriet zu einem Fest der klassischen Musik. Das etwa 100 Köpfe zählende Publikum, incl. einer Abordnung aus Iszkaszentgyörgy,  war begeistert. Ingrid Kertesi sang Partien u. a. aus Werken von G. F. Händel, F. Liszt, S. Rachmaninoff, G. Puccini und G. Verdi. Das Konzert war auch Anlass Preise für die besten ungarischen Nachwuchsmusiker zu verteilen.

Eine Stadtrundfahrt am nächsten Tag mit Ari Kupsus führte uns über malerische Plätze und breite Boullevards, mit wunderschön renovierten Bauten im Barock- und Klassizistischem Stil, wie Elisabetstraße mit dem berühmten Cafe New York aus der Gründerzeit, zur Rákóczistraße, vorbei am Hotel Astoria um dann über die 2,5 km lange Andrássystraße zum Heldenplatz mit den Kollonaden mit den Statuen der wichtigsten ungarischen Könige zu gelangen. Im klassischen Stil gebaut, die sich gegenüberliegenden Gebäude von Kunsthalle und Museum der bildenden Künste. Einen kleinen Abstecher machte Ari zum Dom St. Stephan, der größten Kirche in Budapest für 8.500 Gläubige. Da durfte dann auch die größte Synagoge Europas (3000 Plätze) in der Dohánstraße nicht fehlen. Ein „Muß“ in Budapest ist die Burg mit Matthiaskirche und die Fischerbastei mit dem wunderschönen Blick auf das Parlament an der Donau. Erbaut um die Jahrhundertwende 1888-1902 im neugotischen Stil ist es das längste Gebäude Ungarns mit 268 m und einer Kuppelhöhe von 96 m.

Ganz beeindruckt von der größtenteils wieder hergestellten Pracht aus dem 19. Jahrhundert, nahmen wir Abschied von Budapest, um in etwa einstündiger Fahrt zu unserem zweiten Ziel, dem Partnerstädtchen Iszkasentgyörgy zu fahren. Ganz nahe bei Stuhlweißenburg am Bakonygebirge unterhalb des Berges Iszka gelegen, wird der folgende Teil des zusammengesetzten Wortes mit St. Georg übersetzt.

Wir wurden bereits von Bgm. Gáal erwartet und mit einigen Neuerungen in der Gemeinde vertraut gemacht. Danach gab es einen Empfang mit einer Reihe von Bürgern, die wir z. T. vergangen Oktober in Pappenheim gesehen hatten.
Der nächste Tag hatte eine große Programmvielfalt. Im Mittelpunkt stand zuerst das Pappenheimer Schloss, wo wir zunächst die Funktionsräume besuchten. Es beherbergt u. a. die Schule der Gemeinde mit 8 Jahrgangsstufen.  Nach einem guten Abschluss können die Schüler dann noch vier Jahre aufs Gymnasium gehen. Im Schloss untergebracht ist auch die Tanzschule, deren Tänzer bei der Eröffnung des Europahauses einige fantastische Auftritte hinlegten, und deren Training wir einige Zeit bewundern konnten. Sehr nett war die Geste einiger Tänzerinnen, die uns für ein paar einfache Schritte auf das Parkett holten.

Weiter ging es mit der Erkundung des sehr großen Schlossparks hinauf in die umgebenden Hügel. Wir sahen Reste früher angelegter Gartenarchitektur, Wasserläufe mit Steinbrücken, eine riesige Steinplatte, die frühere Generationen möglicherweise als Ritenstein verwendeten, Reste einer Steinpyramide, die Graf Siegfried von Pappenheim nach einer Ägyptenreise anlegen ließ, die aber nach dem Krieg von den Bürgern geschleift, die Steine zum Hausbau verwendet wurden. Am höchsten Punkt bestiegen wir einen stabilen Aussichtsturm aus Holz, der eine weite Rundsicht zuließ, u. a. auch den Blick zum nahegelegenen Schotterbruch, um einiges größer als unser Frankenschotterwerk.

Nach diesem 5-km-Rundgang begann im Rathaus eine Konferenz,  die das Ziel hatte, Möglichkeiten einer Verbesserung der Infrastruktur von Iszkaszentgyörgy aufzuzeigen, Alternativen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Iszkasentgyörgy liegt wie  Pappenheim im ländlichen Raum, Landwirtschaft und Weinbau dominieren, größtenteils geschieht der Lohnerwerb außerhalb des Ortes, und die Gemeinde hat ebenfalls mit dem Problem der Landflucht zu kämpfen.  Mit Hilfe des Leaderprogramms der EU sollen geplante und weitere Maßnahmen verwirklicht werden, die die Attraktion des Ortes steigern und für Touristen anziehender machen. Zentraler Punkt ist das Schloss und seine Umgebung. Neben dem Umbau in ein Hotel mit Thermalbad, Gallery und Konzertsaal, soll auch das Außengelände nutzbar gemacht werden. Ein vorliegender Umbauplan ließ das Ausmaß der Umbauten erkennen. Auch ein Hochseilgarten mit einem „Flying Fox“, wie in Pappenheim geplant, wäre sehr willkommen. Um hier die richtigen Töpfe anzuzapfen, da wollen sich die Bürgermeister Gáal und Sinn noch genauer absprechen. Eine Kooperation mit der evangelischen Landjugend in Pappenheim ist in Vorbereitung, leider war kein Vertreter der LVH bei diesem Termin abkömmlich. Ähnliche Vorstellungen in seiner Gemeinde hat auch ein estnischer Bürgermeister, der ebenfalls an der Konferenz teilnahm. Uri Kupsus machte dann noch eine Schlossführung mit uns durch den repräsentativen Teil, in dem die Gallery und weitere Veranstaltungsräume geplant sind und in diesem Sommer bereits für Veranstaltungen geöffnet werden. Einige Räume hat er bereits möbliert.

Am Nachmittag wohnten wir dem Beginn einer Schweineschlachtung bei, bei der es nicht gerade zimperlich zuging. Das verarbeitete Ergebnis wurde dann am Abend aufgetischt und mit Wein, Barack Palinka und vielen Gesprächen ging dann ein intensiver Tag zu Ende. Am folgenden Morgen lag dann die Heimfahrt vor uns – die 760 km lange Strecke bei gutem Wetter war aber kein Problem. Ende April zu den St. Georgs-Tagen wird eine größere Pappenheimer Delegation anreisen, um dann auch in Ungarn die Partnerschaftsurkunde feierlich zu unterzeichnen.

Dienstag, 05. März 2013 15:31 Uhr | Alter: 4 Jahre | Dieser Artikel wurde 1780 mal gelesen


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