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20.4.2024 - 0:02

KunstAnsichten

Die Stadt Pappenheim und der Kunst- und Kulturverein erinnern mit einer großen Ausstellung an den beliebten Künstler Heinrich W. Mangold, der vor 20 Jahren gestorben ist

In vielen Wohnhäusern und Amtsstuben hängen weiterhin die beliebten Aquarelle und Ölbilder von Heinrich W. Mangold, selbst heute, zwanzig Jahre nach seinem Tod, haben sie nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass es Heinrich Mangold verstanden hat, insbesondere nach seiner Pensionierung, die heimische Landschaft und Orte und die damit verbundenen Gefühle für die Betrachter mit Farben und Stimmungen einzufangen, die sonst niemand so gekonnt in Szene setzen konnte. Statt zu fotografieren, brachte er von seinen vielen Reisen gemalte und gezeichnete Eindrücke mit, die mit ihren Farben und Gestaltungen mehr Erinnerungen wecken als es eine reine Abbildung könnte.
Über ein halbes Jahrhundert lang lebte und arbeitete Heinrich W. Mangold in Pappenheim, bevor er dort im April 2003 im hohen Alter von 95 Jahren verstarb. Ihm war es vergönnt, trotz widriger Lebensumstände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier im südlichen Mittelfranken eine neue Heimat zu gewinnen und sich hier auch künstlerisch zu verwirklichen. 1908 geboren und aufgewachsen in Metz, im Saarland dann Abitur, Studium der Künste in München und anschließend Kunsterzieher, kam er wie Millionen anderer junger Männer auch in den Sog der Nationalsozialisten. Er lehrte Kunst an nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Er musste drei Jahre im Internierungslager der Amerikaner in Hammelburg verbringen, bis er 1948 entlassen wurde und eine Anstellung als Kunstlehrer in Fürth fand. Seit 1954 lehrte er am Gymnasium in Weißenburg. Sechs Söhne und eine Tochter hat er zusammen mit seiner Frau Elise, einer Pappenheimerin, vor und nach dem Zweiten Weltkrieg großgezogen, davon haben sich drei Söhne wieder dem künstlerischen Fach verschrieben.
1970 ging er in den Unruhestand und konnte sich seitdem noch mehr seiner Lieblingsbeschäftigung, der Ölmalerei und dem Aquarell, widmen. Nebenbei übte er dazu noch die Aufgabe eines Kreisheimatpflegers aus und engagierte sich im Bereich der Kunstpädagogik auf internationaler Ebene. Er hat mit seiner künstlerischen und pädagogischen Arbeit Pappenheim ins Gespräch gebracht, auch seine großzügige Spende an die Stadt Pappenheim, der er 1997 über 100 Werke vermacht hat, hat dazu beigetragen, den Ruf Pappenheims als Kunststadt zu festigen.
Der Kunst- und Kulturverein Pappenheim als Kurator der Mangoldschen Sammlung nimmt den zwanzigjährigen Todestag Heinrich W. Mangolds daher zum Anlass, nach der Corona-Pause seine vielfältigen künstlerischen Tätigkeiten im neuen Arrangement zu präsentieren, in jenem Haus, in dem seine gestifteten Arbeiten aufbewahrt werden. Gerade in der heutigen
Zeit, in der Europa vor einer großen Bewährungsprobe steht, können die Bilder des überzeugten Europäers auch ein Statement abgeben für Frieden, kulturelle Vielfalt und Schönheit der Heimat. So hat sich der Verein entschlossen, über ein halbes Hundert seiner im Besitz der Stadt Pappenheim befindlichen Werke in den drei Räumen im Haus neben der Stadtmühle auszustellen, um auch die Vielfalt seines Schaffens zu dokumentieren. Im ersten Raum sind Bilder aus der hiesigen Gegend ausgestellt, insbesondere natürlich aus Pappenheim und seiner näheren Umgebung. Im zweiten Raum laden die Bilder zu einer Rundreise durch Europa ein, der dritte Raum ist seinen Blumenbildern gewidmet.
Die Stadt Pappenheim und der Kunst- und Kulturverein freuen sich auf die Vernissage der Ausstellung am Sonntag, 26. März im Haus neben der Stadtmühle. Almut Binkert wird in die Arbeit ihres Vaters einführen. Alle Kunstinteressierten sind herzlich zur Eröffnung eingeladen.


Ausstellungseröffnung am 26. März 2023, 11:15 Uhr Museum neben der Stadtmühle, Stadtmühle 1, Pappenheim, Zugang von der Klosterstraße aus. Geöffnet jeden Sonn- und Feiertag von 14 bis 17 Uhr bis zum 14. Mai 2023, Eintritt frei. Spenden für die Arbeit des Kulturvereins sind willkommen

Dienstag, 21. März 2023 08:13 Uhr | Alter: 1 Jahre | Dieser Artikel wurde 6152 mal gelesen


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